Gehaltsangaben: Job-Bewerber fordern mehr Transparenz

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Gehaltsangaben: Job-Bewerber fordern mehr Transparenz

Autor: Bijan Peymani

Im Zuge der „New-Work“-Debatte wird wiederholt die Forderung laut, Unternehmen sollten in- wie extern ihre Gehaltsstrukturen offenlegen. In der Praxis aber wagen noch zu wenige Arbeitgeber so viel Transparenz. Nach einer aktuellen Studie stößt dies insbesondere bei Job-Bewerbern auf Unmut: Sie wünschen sich frühzeitige Informationen über die Gehälter.

In Deutschland mangelt es an Gehaltsintelligenz – dieses Fazit zieht Softgarden, Anbieter von Lösungen fürs Recruiting-Management mit Sitz in Berlin. Demnach sind Interessenten für eine ausgeschriebene Stelle meist nicht in der Lage, ihre Kenntnisse in dem folgenden Bewerbungsprozess zu beziffern. Arbeitgeber wiederum sind sich nicht im Klaren darüber, was sie bewirken, wenn sie Gehaltsangebot und -gefüge möglichst lange zurückhalten.

 

Intransparenz häufige Praxis

Die Grundlage für diese Einschätzungen bildet eine Studie von Softgarden, in die mehr als 4.100 Personen einbezogen wurden. Ein Ergebnis lautet, dass Firmen ihre Gehaltskarten gegenüber Job-Kandidaten oft erst sehr spät aufdecken. 31,3 Prozent aller Bewerber und 40,2 Prozent solcher mit Hochschulabschluss wünschen sich schon in der Stellenanzeige Informationen übers Gehalt. Tatsächlich erfüllt sich dieser Anspruch nur für jeden Zehnten.

 

Wunsch trifft auf Wirklichkeit   

Laut Studie erfahren mehr als 20 Prozent der Kandidaten sogar erst im Anschluss an das Vorstellungsgespräch, was sie in dem betreffenden Unternehmen verdienen würden. Auf der anderen Seite fordern Arbeitgeber frühzeitig Gehaltsvorstellungen von Bewerbern ein. Das finden 39,8 Prozent der Studienteilnehmer „nicht in Ordnung“. Verständlich, nicht nur aus Gründen der Fairness: Eigene Verdienstziele zu nennen, kann kontraproduktiv wirken.

 

Gehaltsforderung mit Risiken

Wie die Softgarden-Studie belegt, ist die Nennung des Gehaltswunsches für Bewerber mit Risiken verbunden: 38,7 Prozent haben sich schon einmal durch ihre allzu ambitionierten Forderungen ins Aus befördert. Auch eine eher defensive Gesprächshaltung birgt immer wieder Enttäuschungen: 44,3 Prozent haben einen zu niedrigen Gehaltswunsch geäußert – und im Nachgang dann feststellen müssen, dass für sie mehr drin gewesen wäre.

 

Experte rät zu mehr Offenheit

„Arbeitgeber sollten nach Möglichkeit bereits in ihren Stellenanzeigen angeben, was die Bewerber gehaltlich in dem ausgeschriebenen Job erwarten dürfen“, empfiehlt Softgarden-Geschäftsführer Mathias Heese. Diese Informationen zurückzuhalten oder auf andere Art zu verschleiern, verbrenne unnötig Ressourcen und schädige das Arbeitgeber-Image. Die Studie steht als Whitepaper zum kostenlosen Downloadbei Softgarden bereit.

Bildnachweise: © iStock/Ismailciydem

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