Steuerberaterkosten vom Arbeitgeber: Kein steuerpflichtiger Arbeitslohn

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Steuerberaterkosten vom Arbeitgeber: Kein steuerpflichtiger Arbeitslohn

Autor: Bijan Peymani

Trägt der Arbeitgeber im Rahmen einer Nettolohnvereinbarung die arbeitnehmerseitigen Kosten für den Steuerberater, gilt dies nicht als zu versteuernder Arbeitslohn. Bedingung dafür ist, dass der Mitarbeiter etwaige Steuererstattungsansprüche an das Unternehmen abgetreten hat. Damit wird die bisherige, anders lautende Rechtsprechung aufgegeben.

Im dem vor dem Bundesfinanzhof behandelten Fall (Az.: VI R 28/17) hatte die inländische Tochter eines weltweit tätigen Konzerns mit den nach Deutschland entsandten Mitarbeiterneine Nettolohnvereinbarung getroffen. Diese sah vor, die arbeitnehmerseitigen Kosten zur Erstellung der Einkommensteuererklärung durch eine vom Konzern beauftragte Firma zu tragen. Im Gegenzug traten die Mitarbeiter ihre Steuererstattungsansprüche ab.

Konzerntochter klagt gegen festgesetzte Lohnsteuer

Bisher wurde die Übernahme der Steuerberaterkosten durch den Arbeitgeber als steuer- und beitragspflichtiges Arbeitsentgelt gewertet. Folglich setzte das zuständige Finanzamt für die Konzerntochter eine pauschale Lohnsteuer fest, wogegen letztere mit Erfolg vorm Finanzgericht Rheinland-Pfalz klagte. Die Revision des Finanzamtes gegen dieses Urteil wies der BFH zurück, änderte damit seine Rechtsprechung (Urteil v. 21.1.2010 – VI R 2/08).

 

Bundesfinanzhof bestätigt das Urteil der Vorinstanz

Zur Begründung hieß es, das Unternehmen habe die zu ihm entsandten Arbeitnehmer mit der Übernahme der Steuerberatungskosten nicht entlohnt. Vielmehr handelte es damit „im  ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse“, um überhaupt die erheblichen, ihm allein zustehenden Steuererstattungen zu erlangen und seine Verpflichtungen zur zutreffenden Berechnung der Arbeitslöhne im Rahmen der Nettolohnvereinbarungen nachzukommen. Diese Interpretation gilt laut BFH im Übrigen auch für einen reinen Inlandssachverhalt.

Bildnachweise: © iStock/Doucefleur

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