Jubiläum unternehmensjurist – Blick zurück

Kurz & Knapp  Unternehmensjurist

Jubiläum unternehmensjurist – Blick zurück

Er ist gelernter Journalist und hat das Magazin unternehmensjurist mit aus der Taufe gehoben: Peter Schneider, jetzt Leiter des Verlagsbereichs Corporate Media bei der dfv Mediengruppe, war Chefredakteur von der ersten Ausgabe im April 2011 bis September 2017. Der Gründungs-Redakteur berichtet über Anfänge, Meilensteine und Herausforderungen der Magazin-Geschichte.

Interview: Claudia Stiel | Ausgabe: 3/2019

Wenn Sie sich zurückerinnern, welche Themen waren seinerzeit bei Übernahme des Magazins besonders brisant?

Schon damals ganz klar das Berufsrecht. Das Akzo-Nobel-Urteil zum Legal Privilege war neben der Rentenbefreiung einer der zentralen Aspekte für die Gründung des BUJ und damit auch für das Magazin unternehmensjurist. Aber auch wirtschaftliche und organisatorische Fragen bewegten die Inhouse-Juristen damals schon. Stichworte wie Kostendruck, Effizienzsteigerung, Prozessoptimierung, Legal Spend-Management und die Positionierung der Rechtsabteilung wurden in jeder Redaktionskonferenz diskutiert. Von den Lesern wurden aber auch immer Fachthemen wie beispielsweise zum Arbeitsrecht, zur Compliance und zum Kartellrecht sowie Karrierethemen nachgefragt. Dies hat sich in der Rubrizierung des Magazins niedergeschlagen, die heute noch gültig ist.

Was waren die Herausforderungen beim Magazinmachen?

Die zentrale Herausforderung war, das richtige journalistische Konzept für das Magazin zu finden. Mit Juve als People-Magazin auf der einen Seite und unzähligen wissenschaftlichen Publikationen zu annähernd jedem Rechtsgebiet auf der anderen Seite, schien der Markt besetzt zu sein. Als Newcomer mussten wir uns also einen neuen journalistischen Ansatz suchen. Und die 50. Ausgabe des unternehmensjurist beweist, dass wir ihn gefunden haben. Wir haben den unternehmensjurist als nutzwertorientiertes Magazin mit Beiträgen „aus der Praxis für die Praxis“ definiert. Ziel war es, dass alle Beiträge von Journalisten sauber recherchiert sind, einen konkreten Nutzen für die Zielgruppe liefern und dass vor allem Vertreter aus den Rechtsabteilungen zu Wort kommen. Dies sorgt für die größtmögliche Glaubwürdigkeit. Darüber hinaus sind wir fest davon ausgegangen, dass auch Juristen gerne ein gut gemachtes und optisch ansprechendes Magazin lesen. Daher haben wir auch großen Wert auf ein modernes, frisches Layout gelegt.

Schneider-Peter

„Wir haben den unternehmensjurist als nutzwertorientiertes Magazin mit Beiträgen ‚aus der Praxis für die Praxis‘ definiert.“

Peter Schneider
Leiter Corporate Media, dfv Mediengruppe

Was waren inhaltliche Meilensteine und Veränderungen unter Ihrer Ägide?

Die Meilensteine des Magazins unternehmensjurist waren natürlich sehr eng mit den Meilensteinen des BUJ verbunden. Beispiel Mitgliederentwicklung: Da das Magazin in der jeweiligen Rechtsabteilung kursiert, kommen mit jedem neuen Mitglied gleich mehrere neue Leser hinzu. Als der BUJ das 1.000 und das 2.000 Mitglied begrüßen konnte, war das auch für die Redaktion ein Grund zum Feiern. Beispiel Berufspolitik: Die Syndikus-Entscheidung des Bundessozialgerichts am 3. April 2014 war auch für die Redaktion ein Einschnitt. Wir waren mit einem Redakteur vor Ort und haben die Mitglieder quasi live aus dem Gerichtssaal informiert. Da die Unsicherheit und der Informationsbedarf unserer Leser im Anschluss an das Urteil massiv angestiegen waren, rückte das Berufsrecht immer mehr in den Mittelpunkt unserer Berichterstattung. Der unternehmensjurist wurde dadurch politischer. Beispiel Veranstaltungen: Durch den Unternehmensjuristen-Kongress, die zahlreichen Summits und die diversen Round-Table-Veranstaltungen, standen wir das ganze Jahr über im ständigen Austausch mit den Inhouse-Juristen. Das hat uns sehr geholfen, die Themen zu finden, die unsere Leser wirklich bewegen. Zudem haben wir dort viele Zitatgeber gefunden, so dass wir unserem Anspruch „Aus der Praxis für die Praxis“ zu berichten noch besser gerecht werden konnten.

 

Sie schrieben im ersten Editorial, das Magazin will die „Arbeit der Unternehmensjuristen spiegeln und Anregungen geben“. Was war Ihnen dabei besonders wichtig?

Uns war besonders wichtig, dass die Redaktion nicht ein freischwebendes Gebilde ist, das keinen Bezug zur Leserzielgruppe hat. Sie sollte die Arbeit, Probleme und Nöte der Unternehmensjuristen genau kennen, ernst nehmen, kompetent darüber berichten und dadurch auch neue Denkanstöße geben. Wie das vielfältige, fast immer positive Feedback der Leser zeigt, ist das unabhängig von der Besetzung der Redaktion bislang sehr gut gelungen. Ich erinnere mich immer noch sehr gerne an das Feedback vom BUJ-Gründungsmitglied Dr. Thomas Kremer. Es ist schon etwas Besonderes, wenn ein Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom seine Dienstreise nutzt, um das Magazin unternehmensjurist von vorne bis hinten zu lesen – und wenn dieser Top-Entscheider zu fast allen Beiträgen seine Einschätzung abgibt, zahlreiche zusätzliche Themenvorschläge unterbreitet und der Redaktion ein großes Lob für deren gute Arbeit zollt. Eine bessere Motivation gibt es nicht.

Welche Herausforderungen sehen Sie für den unternehmensjurist heute?

Für das Magazin wird es auch in Zukunft darauf ankommen, nah an der Leserzielgruppe zu sein, die brennenden Themen aufzugreifen und mit dem größtmöglichen Nutzwert zu behandeln. Die Berichterstattung darf sich jedoch nicht auf Print beschränken, sondern muss auch die digitalen Kanäle konsequent nutzen. Hier sind die Weichen ja bereits seit einiger Zeit gestellt. Nicht zu unterschätzen ist auch die Relevanz von Bewegtbildangeboten und Podcasts. Sie werden künftig eine immer wichtigere Rolle bei der Berichterstattung spielen.

„Uns war besonders wichtig, dass die Redaktion nicht ein freischwebendes Gebilde ist, das keinen Bezug zur Leserzielgruppe hat.“

Was wünschen Sie Magazin und Lesern zum Jubiläum?

50 Ausgaben vom Magazin unternehmensjurist! Das ist eine stolze Zahl, die uns am Anfang viele Leute nicht zugetraut haben. Sie zeigt, welche Relevanz das Magazin für die Leser hat. Den Machern des Magazins wünsche ich weiterhin ein gutes Gespür für die Themen, den engen Kontakt zur Zielgruppe und den größtmöglichen Erfolg bei der Weiterentwicklung des Magazins. Weitere 50 Ausgaben unternehmensjurist sind dann problemlos möglich. Von den Lesern wünsche ich mir, dass Sie dem Verband und dem Magazin weiterhin die Treue halten und der Redaktion möglichst viel Feedback geben. Und dem BUJ und seinen Mitgliedern wünsche ich auch in Zukunft den größtmöglichen Erfolg und Spaß im Verbandsleben. Ich erinnere mich jedenfalls immer noch sehr gerne an viele nette Menschen, die ich beim BUJ kennengelernt, und an zahlreiche schöne Momente, die ich erlebt habe.

50

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