Besserer Schutz für UV-strahlenbelastete Mitarbeiter

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Besserer Schutz für UV-strahlenbelastete Mitarbeiter

Autor: Bijan Peymani

Die Beschäftigten sind das Rückgrat eines Unternehmens. Doch nur gesunde Mitarbeiter können ihre Leistung dauerhaft erbringen. Die im Sommer überarbeitete Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) macht es Arbeitgebern zur Pflicht, intensiver UV-Strahlung ausgesetzten Arbeitnehmern eine betriebsärztliche Vorsorge anzubieten.

Ob im Handwerk, bei der Garten- und Landschaftspflege oder in der Umwelttechnik: Viele Berufsbilder setzen voraus, dass die Mitarbeiter regelmäßig im Freien arbeiten. Dabei sind sie über Stunden intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass gerade in diesen Berufsgruppen immer häufiger krankhafte oder abnorme Veränderungen der Hautzellen und bösartige Tumoren diagnostiziert werden.

Arbeitsbedingte Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln

Um solche Arbeitnehmer besser zu schützen, hat der Gesetzgeber jüngst die Ende 2008 verabschiedete Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) überarbeitet. Grundsätzlich soll sie helfen, arbeitsbedingte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln – mit Leistungen, unterteilt in Pflichtvorsorge, Angebots- und Wunschvorsorge. Je nach Arbeitsumfeld werden dabei verschiedene Leistungen und Maßnahmen nötig.

Prinzipiell gilt Grundsatz der Gleichbehandlung

Hat bereits ein Mitarbeiter die Genehmigung vom Chef erhalten, seinen Hund mit ins Büro zu nehmen, dann kann sich der nächste Kollege auf den Grundsatz der Gleichbehandlung berufen. Gegen diesen würde der Arbeitgeber etwa verstoßen, wenn er bei vergleichbaren Arbeitsplätzen ohne triftige Gründe in einem Fall akzeptiert und im anderen Fall ablehnt. In jedem Fall sollte der Hund in punkto Erziehung und Hygiene büro-kompatibel sein.

Vorsorgepaket aus persönlicher Beratung und Präventivmaßnahmen

Künftig hat jeder Arbeitgeber für seine Mitarbeiter bei „Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr je Tag“ Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen. Dazu gehört präventiv, den Betroffenen eine arbeitsmedizinische Vorsorge beim Betriebsarzt anzubieten. Sie setzt vor allem auf die Aufklärung und Beratung über individuelle Gesundheitsrisiken bei der Arbeit.

Arbeitgeber muss arbeitsmedizinische Vorsorge lediglich anbieten

Gleichzeitig wird der Arbeitgeber durch die überarbeitete ArbMedVV angehalten, Risiken durch dauerhafte Sonnenexposition zu verringern. Das Bundesarbeitsministerium erklärt: „Wenn die Gefährdung durch Abschattungen reduziert werden kann, muss der Arbeitgeber entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen treffen.“ Bei der Vorsorge bleibt es allerdings bei der Verpflichtung zu Angeboten, zur Veranlassungist der Arbeitgeber nicht gezwungen.

Ausschuss-Ansatz zur Pflichtvorsorge letztlich nicht mehrheitsfähig

Ursprünglich war im vorgelagerten Gesetzgebungsverfahren mit Blick auf die UV-Strahlung auch eine Pflichtvorsorge diskutiert worden. Doch die Empfehlung des Ausschusses für Arbeit, Integration und Sozialpolitik fand im Hinblick auf die besonderen Belastungen und Risiken bei fortdauernder UV-Strahlung keine Mehrheit. Eine Einstufung als Pflichtvorsorge hätte den Arbeitgeber de jure verpflichtet, entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu oktroyieren.

Bei höchst gefährdenden Arbeiten lässt ArbMedVV keinen Spielraum

Die Pflichtvorsorge tritt aber immer auf den Plan, wenn besonders gefährdende Arbeiten auszuführen sind. Dazu zählt bereits das Schweißen und Schneiden von Metall, aber auch die Arbeit mit biologischen oder Gefahrstoffen. Die ArbMedVV sieht dafür einen festen Termin vor, an dem die Arbeitnehmer verpflichtend teilnehmen müssen.

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