Arbeitspausen – nicht nur ein Gesetz, sondern auch ein Gebot

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Arbeitspausen – nicht nur ein Gesetz, sondern auch ein Gebot

Autor: Bijan Peymani

Wie lange ein Mitarbeiter täglich an einem Stück eingesetzt werden und wie viele Minuten seine Arbeitsunterbrechung betragen darf, regelt das Arbeitszeitgesetz. Doch grau ist alle Theorie: In der Praxis verzichten vor allem junge Menschen auf ihre Mittagspause – und schaden so ihrer Gesundheit. Doch Auszeiten sind wichtig und machen Sie im Job besser!

Noch schnell dieses Memo verfassen, einige dringende E-Mails beantworten, und an der Präsentation muss auch noch gefeilt werden: Es gibt unzählige Gründe dafür, warum die Arbeit vermeintlich nie ausgeht. Wer jetzt in die Pause geht, kann doch sein Pensum gar nicht schaffen, oder? Gerade junge Mitarbeiter zwischen 15 und 29 Jahren haben diesen Eindruck. Als Konsequenz verzichtet jeder Dritte darauf, sein Tagewerk zu unterbrechen.

 

Gesetzgeber hat Ruhezeiten im Arbeitsalltag klar definiert

Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitszeitmedizin (BAuA) in einer repräsentativen Befragung. Doch nicht nur volle Schreibtische, mitunter auch Betriebsabläufe oder schlicht der Wunsch, früher Feierabend machen zu können, wirken als Pausenkiller. Dabei werden Erholungsphasen während des Arbeitstages vom Gesetzgeber klar vorgegeben und von Arbeitsmedizinern nachdrücklich empfohlen.

 

Anspruch abhängig von der täglichen Beschäftigungszeit

Rechtsgrundlage ist § 4 des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG), der die Ruhezeiten regelt. Wer am Tag länger als sechs Stunden arbeitet, hat Anspruch auf 30 Minuten Pause. Wer mehr als neun Stunden beschäftigt ist, darf die Arbeit für maximal 45 Minuten unterbrechen. Die Erholungszeit kann individuell über den Tag verteilt werden. Mindestens jedoch ist jeweils eine Viertelstunde anzusetzen. Nach sechs Stunden Arbeit ist eine Unterbrechung Pflicht.

 

Wer auf Pausen verzichtet, riskiert gesundheitliche Schäden

Schon aus Eigeninteresse sollten Mitarbeiter ihren gesetzlichen Anspruch nicht nur ernst-, sondern auch wahrnehmen. Denn regelmäßige (Mittags-)Pausen dienen zum einen der Arbeitssicherheit, weil sie die Konzentration fördern, zum anderen dienen sie aber ganz wesentlich der Gesunderhaltung. Wer permanent durcharbeitet, überlastet sich nachhaltig. Chronische Übermüdung und körperliche Erschöpfung können die ernsten Folgen sein.

 

Regel Nummer 1: weg vom Schreibtisch, raus aus dem Büro

Eine Pause einzulegen, ist also nicht nur sinnvoll, sondern kann – richtig genutzt – auch noch viel Spaß machen. Wichtigste Regel dabei: den Schreibtisch beziehungsweise das eigene Büro unbedingt verlassen! Nur so werden Sie von eingehenden Telefonaten oder E-Mails nicht gestört und haben wirklich das Gefühl, zu ihrer Arbeit auf Abstand zu gehen. Außerdem ermöglicht Ihnen das Verlassen Ihres Büros unverzichtbare Sozialkontakte.

 

Ein Plausch mit den Kollegen, ein Spaziergang zur Verdauung

Studien belegen, dass sich der Plausch mit Kollegen nachhaltig positiv auf die persönliche Zufriedenheit und damit auf das Betriebsklima auswirkt. Ganz nebenbei kann ein solcher Austausch innerbetrieblichen Informationsfluss und Zusammenarbeit begünstigen. In der Pause sollte es aber nur ausnahmsweise um Jobthemen gehen. Ein kurzer Spaziergang nach einem gesunden Salat oder einem bekömmlichen Snack fördert die Verdauung.

 

Auch gegen ein kleines Nickerchen ist nichts einzuwenden

Viele Betriebe bieten ihren Mitarbeitern zudem Räume mit Spielgeräten an, etwa einen Kicker-Tisch oder eine Tischtennis-Platte. Nutzen Sie Ihre Pause für ein gemeinsames Match, das verbrennt Kalorien und knüpft die Bande enger. Und wem das gar zu viel Action ist, der darf sich gern auch hinlegen. Ein Nickerchen von zehn bis maximal 20 Minuten – neudeutsch als „Powernap“ bezeichnet – kann wahre Wunder bewirken.

Bildnachweise: © iStock/Jovanmandic

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